
Oder besser: was ist das Gegenteil vom Sommerloch? Das wäre doch glatt eine Frage für den Duden. Als Überschrift taugt die Frage aber ohne „Sommer“ mehr, oder? Noch besser: was ist das Gegenteil von durstig?
Doch zurück zum Thema. Das berühmte Sommerloch! Jeder kennt es, keiner hat es je gesehen! Keiner?! In den vergangengen Jahren gab es im August immer wieder kleine Anzeichen von Ruhephasen. Niemand rief an. Keine aufgeregten E-Mails. Alles sehr enspannt! Diese Jahr sieht es anders aus. Von Sommerloch keine Spur. Das Gegenteil ist der Fall – deshalb Eingangs auch die Frage – und wir kommen nicht zur Ruhe. Man könnte jetzt sagen „Seid froh, anderen Agenturen geht es nicht so gut“ oder „ Es kommen auch wieder schlechtere Zeiten“. Aber ganz so einfach ist das nicht.
Sicherlich herrscht in der Branche allgemein schlechte Stimmung. Große Etats brechen weg, angekündigte Projekte werden auf die lange Bank geschoben und das Neugeschäft startet im Gegensatz zur Wirtschaftskonjunktur nur schleppend. Insolvenzen bei großen Agenturen sind beinahe so alltäglich wie Zeitarbeit oder sogar massiver Stellenabbau in den Kreativschmieden. Zumindest was die ganz Großen im Agenturgeschäft angeht dauert die Durststrecke wohl noch an. Und die ist im Sommer bekannterweise viel schlimmer.
Für uns „Kleinen“ in der Branche ist dies die große Chance, denn aus den ehemals vom Tisch gefallenen Krummen der großen Etathalter entwickelt sich für so manche kleine Agentur eine langfristige und lukrative Kundenbeziehung. Wir kennen das ja: riesiger Overhead, schlechtes Preisleistungs-Verhältnis, unpersönliche Betreuung. Hahhh! Und genau hier können wir Kleinen punkten. Ein Bekannter musste seine gut bezahlte Stelle in einer großen Werbeagentur aus „wirtschaftlichen“ Gründen räumen. Von heute auf morgen. Sehr unfair! Es dauerte keine drei Monate und der Mann war mit drei Mitstreitern wieder im Geschäft. Auf eigene Rechnung! Mit den „neuen“ Kunden seiner alten Agentur! Da können wir nur sagen „Herzlichen Glückwunsch“ und werdet nie so richtig gross!
Komme schon wieder vom Thema ab. Also, um es kurz zu machen: wir haben kein Sommerloch. Wir haben genug zu tun! Und ich schreibe diesen Artikel nicht, weil mir langweilig ist und hier sich sonst nichts breit machen würde. Ausser einem riesigen Sommerloch!


