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Kleinschreibung vs. Akquise!

Seit ca. einem Monat sind wir Mitglied bei werbeagentur.de um unsere Akquise-Aktionen auf etwas breitere Füße zu stellen. Bisher haben wir auf drei Ausschreibungen reagiert und Kontakt mit den Ausschreibern aufgenommen. Mit einem Unternehmen sind wir im persönlichen Kontakt und hier sieht es bisher ganz gut aus. Die Chemie passt unserer Einschätzung nach und unsere Präsentation und Ideen kamen sehr gut an. Das zweite Unternehmen hat bis heute noch nicht reagiert. Da müssen wir nachhaken. Kein Problem.

Das dritte Unternehmen ist der Grund für diesen Blogeintrag. Nennen wir dieses Unternehmen einfachheitshalber „Nr. 3“. Wie schon gesagt, wurde auch Nr. 3 angeschrieben, nicht ohne vorher mit der verantwortlichen Dame ein kurzes, aber informatives Gespräch geführt zu haben. Es folgte also eine ausführliche Mail mit angehängtem PDF unserer neuesten Agenturpräsentation inklusive Arbeitsproben. Bis dahin alles wunderbar. Wir waren guter Dinge, da Anforderungsprofil und unser Paket 100% passten. Zum besseren Verständnis ein kurzer Auszug aus dieser Mail:

liebe frau xxx,

wie soeben telefonisch besprochen schicke ich ihnen eine kurze vorstellung unserer agentur.  … laut ihrer beschreibung suchen sie eine agentur mit referenzen aus dem bereichen software und maschinenbau. und genau hier können wir punkten.  … zu unseren kunden gehören unter anderem cirquent, fujitsu est und zuken.  … mit dieser expertise sind wir im it- und engineeringbereich bestens aufgestellt. … wenn man uns fragen würde was wir am besten können so würde ich antworten: kunden begeistern! auf die frage was uns auszeichnet: pragmatisch und unkompliziert!

mit den besten grüßen
patrik mastellotto

Mitte dieser Woche dann die traurige Nachricht, dass wir leider nicht mehr im Rennen sind und dass sich Nr. 3 für eine andere Agentur entschieden habe. Kein Beinbruch. Keiner hat geweint. War es doch schon bemerkenswert, dass wir überhaupt eine Absage bekommen. Ähhh, was ist eigentlich mit Nr. 2? Doch zurück: wir wären nicht loxon, wenn wir nicht wissen wollten woran wir gescheitert waren. Man macht sich ja Gedanken und nichts ist schlimmer als ein von Selbstzweifeln zerfressener Designer. Also schickten wir eine nette kurze Mail an Nr. 3 mit der Bitte um eine kurze Erklärung. Die kam dann prompt und auch hier wollen wir unserem geneigten Leser eine kurzen Auszug lesen lassen:

… Uns hat schon gestört, dass Sie in Ihrer ersten E-Mail nur Kleinbuchstaben verwenden – das mag vielleicht zu Ihrer CI gehören, aber das paßt schon so gar nicht zu unserer doch recht “konservativen Denke” … Aus meinen Verständnis heraus spricht man den potentiellen Kunden auch erst einmal förmlich an. …

Wow! Ein Formfehler? Auf unsere Arbeiten wurde gar nicht eingegangen. Ganz zu Schweigen auf unsere Referenzen oder unsere Expertise. Leiden wir an Realitätsverlust oder haben wir Wahrnehmungsstörungen? Gibt es tatsächlich Menschen, die jemanden nicht nach Leistung, sondern nach korrekter Groß-/Kleinschreibung beurteilen? Offensichtlich ja! Gut, zum „liebe frau xxx“ könnte man ja sagen, dass sich vielleicht ein „Sehr geehrter Frau XXX“ besser gemacht hätte, aber bei uns ist das eben anders. Wir stehen weder auf Anrede-Floskeln noch auf überzogene Umgangsformen im Online-Schriftverkehr. Wir pflegen den persönlichen Umgang mit unseren Kunden und das drückt sich eben in „liebe frau xxx, …“ oder „lieber herr xxx, …“ aus. In unserem speziellen Fall Nr. 3 gab es ausserdem schon telefonischen Kontakt im Vorfeld. Da kann man mal im weitesten Sinne von einer Art Vertrautheit reden. Ikea hätte wahrscheinlich schon schliessen müssen, gäbe es nur solche Kunden wie Nr. 3. Was die Groß-/Kleinschreibung betrifft, verhält es sich meiner Meinung nach wie mit braunen oder schwarzen Schuhen nach 18.00 Uhr. Manche Regeln überholen sich eben und haben nichts mit konservativen Denken zu tun, sondern mit Kleingeist.

So, sehr geehrte Leserin und sehr geehrter Leser, jetzt sind wir natürlich auf Ihre Meinung gespannt. Hat Nr. 3 Recht mit Ihren Gründen nicht mit loxon zusammen zuarbeiten oder haben wir Glück gehabt?

Andrea Melzer said,

Februar 18, 2010 @ 6:51 pm

“Lieber Patrik”,
seid froh, dass es nichts geworden ist. Man ist dort wirklich konservativ, denn mit der neuen Rechtschreibung haben sie es auch nicht. Wer weiß, ob Kreativität überhaupt gefragt ist und was noch wichtiger ist, ob sie fähig sind, sich selbst zu hinterfragen und andere, wenn auch konservative, Wege zu gehen. Diese Überzeugungsarbeit müsst Ihr jetzt nicht leisten.
Und zu Fall Nr. 2: Wir hatten Anfang November eine Präsentation und haben bis heute noch kein Feedback, trotz Nachfragen.
Aber, das macht ja nix, wir sind ja nur Dienstleister! Für ist ja Zeit kein Geld.
Lassen wir uns nicht entmutigen. Weiterhin viel Erfolg bei der Akquise wünscht Andrea

Barbara Schieche said,

Februar 18, 2010 @ 9:46 pm

“Sehr geehrter Herr Mastellotto”,
erst gestern hat mich eine Kundin wissen lassen, dass sich in meinem E-Mails doch häufig Tippfehler befinden würden … kurzum: Die Wichtigkeit einer korrekten E-Mail-Korrespondenz scheint kein Einzelfall zu sein. Nun, vielleicht liegt es auch daran, dass ich keine Kreative bin, sondern mein Geld neben strategischem Website Consulting mit fehlerfreien Webtexten verdiene … was den konkreten Fall anbelangt, so halte ich “Nr. 3″ nicht unbedingt für kleingeistig, sondern: “Nr. 3″ hat eben eine andere Sichtweise – das ist durchaus legitim. Daher halte ich es durchaus für opportun, anfänglich die Form zu wahren – denn eine vertrauensvolle Kundenbeziehung (mit lockeren netten Mails) muss sich ja schließlich erst etablieren. Daher mein Rat, lieber Patrik :-) , nicht beleidigt sein, sondern einfach das nächste Mal nicht weniger herzlich, aber vielleicht mit Großbuchstaben schreiben.
Dies meint freundlich grüßend
Barbara

Anke van Bebber said,

Februar 19, 2010 @ 11:42 am

Hallo Herr Mastellotto,

ich fand den Text klasse, das fehlen von Groß- und Kleinschreibung stört mich ebenfalls – finde es ist zum Teil auch schon etwas überholt und wirkt auf mich manchmal gezwungen jung. Interessant ist oft, wie sich diese Gewohnheit von Vorgesetzten nach und nach auf Mitarbeiter überträgt. Da bin ich misstrauisch. Die Ansprache “Liebe…” finde ich dagegen sehr gut und ich kann damit absolut gut leben. Meiner Meinung nach ist es vermutlich gut, nicht ins Geschäft gekommen zu sein. Wenn es schon im Kleinen nicht funktioniert, was ist dann bei change requests? Tippfehler stehen aus meiner Sicht oft als Gradmesser, wie wichtig ist einem Anbieter eine Mail. Da kommt es auf die Häufigkeit und welche Fehler es sind an.
Hoffe das hilft
Alles Gute
Anke van Bebber

Patrik said,

Februar 23, 2010 @ 5:44 pm

@Barbara: ich war gar nicht beleidigt! Im Endeffekt war ich sogar dankbar. Habe ich doch ein bisschen (aber nur ein ganz kleines bisschen) über die Reaktion von Nr. 3 nach gedacht.

Ausserdem bin ich ja ein toleranter Mensch. Allerdings ist es doch schon so, dass einen Web & Co versaut hat. Das soll keine Entschuldigung sein, aber wenn man den ganzen Tag vor der Kiste sitzt und von einem Projekt zum anderen springt und zwischendurch auch noch in PHP programmiert und noch mit kleingeschriebener Typo gestaltet – weils halt gerade in ist – dann nimmt man die Rechtschreibung und die korrekte Klein-/Großschreibung nicht mehr ganz so ernst.

Denke, dass ist Zeit für eine Umfrage! Je nachdem wie diese ausfällt bleibe ich bei Kleinschreibung oder gehe in Zukunft über zur gemischten Schreibweise;)

@andrea: Danke Dir. Auch Dir viel ERFOLG!
@anke: Liebe Frau van Bebber, auch Ihnen vielen Dank;) Meine Mitarbeiter sind Klein-/Gr0ßschreiber. Gott sei Dank!

linda said,

Februar 23, 2010 @ 6:09 pm

liebe loxons,
ihr macht das genau richtig.
bleibt so wie ihr wart und seid!
den authenzität und leidenschaft sind die zutaten für eine gute
“suppe”!

mfg, auch kleinschreiber

ps. deswegen einen potentiellen kunden zu verlieren ist auf alle fälle ein kanditat für die hall of fame! :)

Urs said,

März 2, 2010 @ 11:56 pm

KLEINSCHREIBEN IST JA SO WAS VON 2009 GROSSSCHREIBEN IST DAS NEUE COOL!

… redo elshcewrev hci sad tztej tim murehtrhekrev nebierhcs???

Wer soll da noch mitkommen.

Tippfehler said,

März 10, 2010 @ 1:29 am

Ihr seid aber dann auch inkonsequent. Euer Blog hier ist doch auch ein Versuch in korrekter Schreibung. Warum müsst ihr dann einen neuen Kunden mit einer Mail, die vor Rechtschreibfehlern strotzt, verschrecken? Denn nichts Anderes ist doch die durchgängige Kleinschreibung. Und an der richtigen Stelle mal ein Komma setzen hilft auch oft einen guten Eindruck zu hinterlassen. Einfach nur meine Meinung ;-)

Patrik said,

März 11, 2010 @ 4:59 pm

lieber tippfehler,

wir sind kein lektorat. wenn wir eins wären, sähe unser blog auch anders aus. ich sag nur: KREATIVE DÜRFEN DAS! und zum thema komma, (kommt hier überhaupt eins hin????) haben sie recht. deshalb hier ein paar zur freien verfügung: ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.

bitte aber trotz des schlechten eindrucks fleissig weiter kommentieren.

beste grüsse
patrik

Tippfehler said,

März 14, 2010 @ 12:56 pm

Hmm… KREATIVE DÜRFEN DAS??? Also jetzt nicht böse werden ;-) , aber ich denke das jetzt mal weiter: Wenn ich mich also auf eine “KREATIVE” Firma wie die ihrige einließe, dann hieße das, dass das Ergebnis nicht unbedingt das wäre, was man vereinbart hat, denn KREATIVE dürfen das? Einfach so drauf losschreiben, ohne igendwelche Regeln? Würde mir nicht gefallen! *grummel*
Danke für die vielen Kommata. :-)

Patrik said,

März 15, 2010 @ 10:36 am

nein, nein, nein! so war das nicht gemeint. wir dürfen UNS so darstellen, wie wir wollen. was wir für kunden machen, steht auf einem anderen blatt geschrieben. natürlich gibts hier immer die pflicht, aber die kür noch oben drauf. und DA dürfen wir dann auch kreativ werden. das was der kunde will ist ja nicht immer besonders einfallsreich, oder?! hm, das wär übrigens ein schöner blogeintrag. titel: „im auftrag des herrn – was will der kunde wirklich? “ mal sehen.

beste grüße
der kreative direktör

Matthias said,

April 6, 2010 @ 11:06 am

Ich bin Unternehmer und kann das Verhalten der Firma nachvollziehen.
Wenn ich viel Geld für eine Agentur ausgeben möchte, muss ich aussortieren, um die “richtige Wahl” zu treffen.

Wenn ich darauf wert lege, dass die Agentur ihre Arbeit auch so macht, wie ICH es möchte, ich aber eben Wert auf korrekte Rechtschreibung lege, dann fällt eben die Agentur durch das Raster, die die Rechtschreibung nicht beherrscht – oder sogar absichtlich gegen die Regeln verstoßen möchte.

Oder anders gesagt: Wenn die Firma einen gewissen Anspruch an die Werbeagentur stellt, die Werbeagentur aber offenbar eine ganz andere Zielgruppe ansprechen möchte, dann PASST ES EBEN EINFACH nicht. So what, das passiert in JEDEM Unternehmen, wenn die “Bewerbungsunterlagen” von potentiellen Mitarbeitern aussortiert werden.
(Oder warum wird einem in JEDEM Bewerbungstraining beigebracht, dass die FORM eben durchaus entscheidet!).

Oder anders gesagt: Solange man jemanden nicht persönlich kennt, KANN man teilweise nur aus der “äußeren Form” schließen. Und dauerhafte Kleinschreibung wird nunmal nicht “von den besten der besten” benutzt, sondern häufig von Menschen, die “zu faul” oder “unfähig” sind, korrekt groß und klein zu schreiben.
In einem Internetforum wäre das ja vielleicht noch erträglich – im Geschäftsverkehr ist dies eine Sache, die eine größere Anzahl der Unternehmen nicht toleriert.

Oder wieder auf eine konkrete Ausschreibung zurückzukommen:
Um die wegen der Kleinschreibung gesammelten Minuspunkte “wiedergutzumachen” müssten die Arbeiten um EINIGES besser sein als die der Konkurrenz. Dass nicht jede Firma dies so findet, dürfte auch logisch sein.

Zuguterletzt mein abschließender Kommentar:
Sich in einem Blog darüber “auszulassen”, dass andere die eigenen Unzulänglichkeiten nicht tolerieren, spricht auch nicht unbedingt für die Qualität einer Agentur…

Wer Toleranz von anderen fordert, muss auch tolerieren, dass andere Menschen eben andere Anforderungen haben.

Patrik said,

April 8, 2010 @ 6:15 pm

hallo matthias,

erst einmal danke für ihren kommentar. abgesehen von IHREN rechtschreibfehlern, finde ich ihre vorwürfe und schlussfolgerungen etwas hart. das hier ist unser blog und hier dürfen wir uns auslassen über was und wenn wir wollen. das hat nichts mit qualität, sondern mit eigener meinung und standpunkten zu tun. es gibt genügend agentur, denen es genau daran mangelt.

ich gebe ihnen 100% recht, dass selbst wir einen potentiellen bewerber anhand seiner bewerbung aussuchen und bei erkennbarer schlamperei aussortieren. kleinschreibung wäre bei uns aber kein auschlusskriterium, wenn die qualität der arbeiten überzeugt.

uns aber an den kopf zu werfen, dass wir faul, unfähig und unsere arbeiten dieses manko nicht aufwiegen, finde ich schlichtweg frech und unverschämt. habe mir lange überlegt, ob ich ihren kommentar löschen sollte, aber mit diesem beitrag wollte ich ja verschiedene meinungen einholen. selber schuld, könnte man jetzt sagen! doch löschen wäre feige.

und so freue ich mich auf weitere „nette“ kommentare von ihnen. vielleicht sind sie das nächste mal mutig genug und geben ihre webseite an, so dass wir uns ein bild über IHRE unternehmerischen qualitäten machen können.

und btw.: wichtiger als alle rechtschreibregeln sind doch korrekte umgangsformen, oder?!

in diesem sinne:
mit dem besten grüßen

patrik mastellotto

Tobi said,

April 19, 2010 @ 8:33 pm

Sie verloren den Auftrag zu Recht. Es geht bei den Regeln zur Rechtschreibung nicht um reaktionär vs. cool. Die Regeln dienen der einfachen und zweifelsfreien Verständigung zwischen Menschen.

Ändern Sie die Regeln vorsätzlich, zwingen Sie ihr Gegenüber sich umzustellen und sich ihrem Schreibstil anzupassen. Mit welchem Recht nötigen Sie die Mitmenschen sich Ihrer Konvention anzupassen?

Deshalb ist die Kleinschreibung unprofessionell, vor allem aber unhöflich.

Schrieben Sie korrektes Deutsch, gewönnen Sie mehr Aufträge. :)

Patrik said,

April 20, 2010 @ 6:21 pm

Lieber Tobi,

ich verrate Ihnen jetzt mal was: seit dieser doch sehr angeregten Diskussion auf unserem Blog achten wir mehr auf korrekte Schreibweise. Mal sehen, was dabei rauskommt!

Spannend bleibt es auf alle Fälle. Was das Nötigen angeht, so sehe ich das anders. Aber das habe ich an anderer Stelle schon erklärt.

Es ging in diesem Beitrag ja auch nicht um das „mehr“ gewinnen, sondern um die Sache Klein/Großschreibung an sich. Über Auftragsmangel können wir uns beileibe nicht beklagen. Vielmehr könnte die Reaktion auf unseren Schreibstil zu einem beiderseitigen Ausschlussverfahren führen. Eine loose-loose-Situation sozusagen für beide Seiten.

Ich kann Ihnen aber abschliessend versichern, dass die Fehlerquote bei Kundenprojekten gegen null tendiert. Das zu „unprofessionell“. ;-)

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