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Agenturen in der Krise? Designer am Ende?

Das neue Jahr beginnt und fängt mit den alten Fragen an: Wo geht es hin dieses Jahr? Was müssen wir tun, um neue Kunden zu gewinnen? Oder die Alten zu halten? Sind wir richtig aufgestellt?

In der neuesten „Page“ wird sogar die Frage gestellt, ob „Designer & Werber am Ende?“ sind. Die Süddeutsche hatte Ende Dezember einen ähnlichen Beitrag mit gleichem Tenor. Ein alter Trick durch provokative Themen Auflagen zu steigern oder müssen wir Agenturen uns wirklich Gedanken machen? Ich denke hier verhält es sich ähnlich wie bei der Schweinegrippe. Die Schw…, ähh, pardon, … die Hühner werden aufgeschreckt, laufen aufgeregt herum und versuchen durch wilden Aktionismus Dinge im Hauruck-Verfahren zu ändern. Das geht meist schief. Noch öfter verlaufen sich solche Schnellschüsse nach wenigen Wochen im Sande. Mittlerweile will die Bundesregierung ja nur noch die Hälfte der 50.000.000 Einheiten des Impfserums von Glaxo abnehmen.

Doch nachdenklich macht es schon. Hier gilt es auch zu differenzieren: kleine Agentur oder großes Netzwerk? Design- oder strategieorientiert? Schwerpunkt im Web, Print oder FFF?. Laut Page betrifft die Kreativ-Krise durch die Bank weg alle Werber und Designer.

Lösungsansätze? Mehr Beratung, weniger Design! Managen statt Machen! Mehr Netzwerken und weniger Kontrolle! Und zu guter Letzt „Learning by doing“ und interdisziplinär denken! Uff, ganz schön viel für 2010! Meine Leute haben mich heute morgen nur müde angelächelt nachdem ich ihnen in groben Zügen erklärt habe was wir diese Jahr vorhaben. Der Hahn hat aufgeregt gekräht, die Hennen haben gelassen gegackert! Im Endeffekt nichts Neues. Die meisten Agenturen setzen die von der Page propagierten Ansätze sowieso schon längst um ohne es zu wissen. Wahrscheinlich – oder besser gesagt – höchstwahrscheinlich auch wir. Alter Wein in neuen Schläuchen. Ich denke, dass solche Nachrichten dazu dienen sich dem was man tut bewusster zu werden. Sich zu erinnern, weshalb wir Werber eigentlich diesen Job machen. Um uns und die schöne bunte Welt ständig neu zu erfinden und noch schöner zu machen!

Am Ende eines jeden Jahren ist die Gewohnheit das bestimmende Maß im täglichen Geschäft. Sie dient manchmal zum Selbstschutz um nicht vor lauter Endjahres-Stress komplett auszubrennen. Und während ich diesen kleinen Artikel schreibe verstehe ich den Artikel in der Page mehr und mehr. Es geht nicht darum das klassiche Agenturenbild neu zu erfinden, sondern viel mehr darum sich auf das zu konzentrieren, was man kann und können will. Nicht ausführen, sondern vorführen! Nicht reagieren, sonder agieren! Nicht nur priorisieren, sondern auch ausprobieren!

In einem gebe ich der Page absolut Recht: KUNDEN LASSEN SICH NICHT LENKEN! Wer das glaubt, glaubt falsch. Kunden lassen sich begeistern, überzeugen und im allerbesten Fall verführen. Das schönste Lob für uns ist, wenn Kunden über uns sagen, dass wir sie inspirieren! Dafür braucht es nicht immer die große Strategie oder die medienübergreifende Kampagne. Es reicht oft die kleine und einfache Idee – der sprichwörtliche Funke – um das Feuer zu entfachen.

In diesem Sinne wünsche ich allen unseren Kunden für dieses Jahr ein Feuerwerk an Ideen. Und keine Angst: Wir bleiben die Alten und werden ganz neu. Kikerikiiiiieeee!

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